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Solarwärme

Umfassende und firmenunabhängige Infos rund um Solaranlagen

Austria Solar Newsletter 12-2008


Einigung zu EU-Richtlinie Erneuerbare Energien erzielt

Beim EU-Gipfel am 11./12. Dezember 2008 in Brüssel einigten sich die EU-Staats- und Regierungschefs auf eine Richtlinie für Erneuerbare Energien, die den Anteil der Erneuerbaren in der gesamten EU bis zum Jahr 2020 auf 20 Prozent anheben soll. Diese Entscheidung ebnet den Weg für den Ausbau Erneuerbarer Energien in Europa. Für Österreich ist als Ziel 34 Prozent Erneuerbare am Gesamtenergiebedarf bis zum Jahr 2020 vereinbart, was unverständlicherweise von Wirtschaftsminister und Kanzler bis zuletzt in Frage gestellt wurde. Die EU ist der wichtigste Exportmarkt für heimische Solarwärmefirmen, die Exportquote liegt teilweise bei über 60 Prozent. Mit der neuen Richtlinie wird sowohl der Ausbau der Solarwärmenutzung im Inland als auch der Export von Solartechnik vorangetrieben. Das schafft neue Arbeitsplätze und hilft unproduktive Strafzahlungen zu vermeiden, die der Rechungshof diesen Herbst wegen Nichterfüllung der Kyoto-Ziele vorhergesagt hat.

34 % Erneuerbare in Österreich: bis 2020 machbar (Broschüre)


Oö: Solar-Pflicht durch Erneuerbaren-Pflicht ersetzt

Der oberösterreichische Landtag hat in der Landtagssitzung vom 4. Dezember 2008 die Solarvoraussetzung in der Wohnbauförderung bei Eigenheimen und Reihenhäusern aufgehoben. Stattdessen besteht ab 1. Jänner 2009 im Neubau die Verpflichtung zu "Energiegewinnungsanlagen, die erneuerbare Energieträger bzw. Fern- oder Nahwärme nutzen". Bei mehrgeschoßigen Wohnbauten bleibt die Solarvoraussetzung weiterhin bestehen. Diese mit den Stimmen von ÖVP und FPÖ beschlossene Änderung schwächt den konsequenten Ausbau von Solarwärme in Oberösterreich. Bereits im Oktober 2007 hatte die Oö. Landesregierung die "Energiezukunft 2030" beschlossen, welche bis zum Jahr 2030 rund 3 Millionen Quadratmeter installierte Kollektorfläche vorsieht. Dafür ist es notwendig, dass jedes Jahr rund 100.000 Quadratmeter Kollektorfläche – knapp doppelt so viele wie derzeit – neu dazu kommen. Mit der Aufhebung der Solar-Pflicht bei Eigenheimen und Reihenhäusern ist die Erreichung des Zieles unwahrscheinlicher geworden.


Kurzbericht zur ESTIF Generalversammlung am 2.12.2008 in Athen

Am 2.12.2008 fand in Athen die Generalversammlung des Europäischen Solarindustrieverbandes ESTIF statt, Austria Solar nahm als Mitglied von ESTIF teil.

Die wichtigsten Infos in Kürze:

  • Neuer ESTIF-Präsident ist Olivier Drücke von KBB Kollektorbau GmbH in Berlin, mit Alexander Eichwalder (GREENoneTEC) und Robin Welling (TiSUN) wurden zwei Österreicher in den 7-köpfigen ESTIF-Vorstand gewählt.
  • Trotz Finanzkrise herrscht in der Solarbranche Optimismus für das Jahr 2009, auch vor dem Hintergrund einer Einigung zur Richtlinie für Erneuerbare Energien (siehe unten).
  • In den gesamten EU-27 + CH wird ein Marktzuwachs 2008 von 45 bis 50 Prozent (2,8 GWth neu installierte Solarwärmeanlagen) erwartet, die Gesamtfläche aller installierten Solaranlagen könnte Ende des Jahres erstmals 4 Millionen Quadratmeter übersteigen.
  • ESTIF-Solarwärmepotenzialstudie für die EU-27 läuft, Fertigstellung Anfang 2009 (Auftragnehmer: AEE INTEC und TU Wien). Aus Detailstudien für A, D, DK, E, PL wird das Gesamtpotenzial der EU-27 bis zum Jahr 2050 abgeleitet.
  • Neue „Renewable Heating & Cooling Platform“ von EU-Kommission ins Leben gerufen, deckt neben Solarwärme auch Biomasse und Geothermie ab. Diese übergreifende Technologieplattform wurde von der Kommission offiziell anerkannt, die bisherige Solarwärme Technologieplattform ESTTP aufgelöst.
  • Einigung des Europäischen Parlamentes mit den EU-Mitgliedstaaten über eine Richtlinie für Erneuerbare Energien steht bevor (erfolgte am 12. Dezember in Brüssel, siehe erste Newsletter-Meldung). Ökowärme EU-rechtlich damit erstmals auf einer Ebene mit Ökostrom und Biosprit.
  • Beschluss der Richtlinie für Februar/März 2009 erwartet, alle Mitgliedsstaaten müssen dann einen Renewable Action Plan erarbeiten wie das zugeteilte Länderziel erreicht wird. Eckpunkte der Richtlinie:
    • Verbindliche Länderziele bei Erneuerbarer Energie (Österreich: 34 % bis 2020).
    • Spätestens 2015 in allen EU-Mitgliedstaaten Erneuerbaren-Verpflichtung bei der Sanierung von Privatgebäuden, ab 2012 bereits bei öffentlichen Gebäuden.
    • Bis Ende 2012 in allen EU-Mitgliedstaaten Handwerkerzertifizierungen wie es sie zum Beispiel in Österreich (Zertifizierter Solarwärmeinstallateur), Frankreich (Qualisol) und Italien (Solar Pass) gibt.
  • Die Solarkonferenz estec2009 findet am 25. und 26. Mai 2009 in München statt.

Kurzbericht zur Austria Solar Generalversammlung am 26.11.2008 in Salzburg

Am 26. November fand in Salzburg die jährliche Generalversammlung des Verbandes Austria Solar statt. Der Bundesinnungsmeister Peter Aigner nahm als Gastreferent teil.

Die wichtigsten Infos in Kürze:

  • Die Einschätzung aller Anwesenden bei der Generalversammlung war ein Marktwachstum 2008 von knapp 24 Prozent. Für das Jahr 2009 wird ein gedämpftes Wachstum von unter 10 Prozent erwartet.
  • Heuer wurden 10 neue Mitglieder im Verband aufgenommen: ELCO Austria GmbH, Grundfos Direct Sensors, Hoval GmbH, KME Austria Vertriebsges.m.b.H., L’Isolante K-Flex GmbH, ÖkoFEN Pelletsheizungen, Revivo GmbH, SunWin Energy Systems GmbH, Walter Bösch KG und ZWS – Zukunftsorientierte Wärmesysteme.
  • Der Verband vertritt rund 220 Unternehmen im Bereich Solarwärme aus Produktion, Vertrieb, Handel, Installation, Forschung und Prüfung. Die Solarwärmebranche beschäftigt insgesamt bereits 6.500 Menschen.
  • Günther Kohlmaier ist Ende September aufgrund seines Ausscheidens aus der Firma Sonnenkraft als Vorstandsmitglied zurückgetreten. Als Nachfolger wurde der neue Geschäftsführer Rupert Hasenöhrl von Sonnenkraft gewählt.