x

Solarwärme

Umfassende und firmenunabhängige Infos rund um Solaranlagen

Austria Solar Newsletter 5-2009


Solarmarktstatistik 2008: Gesamtbericht veröffentlicht

Am 15. Mai 2009 wurde der Gesamtbericht "Erneuerbare Energie in Österreich - Marktentwicklung 2008" bei einer Fachveranstaltung von drei Ministerien präsentiert. Das Ergebnis zu Solarwärme: Im Jahre 2008 wurden in Österreich 348.000 Quadratmeter Flach- und Vakuumrohr-Kollektoren neu installiert, um 25% mehr als im Jahr davor (2007: 281.000 Quadratmeter). Ende 2008 waren damit rund 3,96 Millionen Quadratmeter Kollektoren in Betrieb (inkl. Schwimmbadabsorber). Der Jahreswärmeertrag aller Solaranlagen beträgt 1.330 GWh, die Umweltentlastung stolze 545.000 Tonnen weniger CO2. Von 2002 bis 2008 hat sich die jährliche Produktion von Sonnenkollektoren in Österreich nahezu verfünffacht. 2008 wurden 1,3 Mio. Quadratmeter Sonnenkollektoren exportiert (2007: 800.000 Quadratmeter), das sind 80% der heimischen Produktion. Mit Solaranlagen wurden 2008 ca. 590 Millionen Euro umgesetzt, ein Drittel davon im Installationsgewerbe. Die Solarbranche sichert mittlerweile inklusive der Wartung und Erneuerung bestehender Solaranlagen rund 7.400 Arbeitsplätze in Österreich.

Gesamtbericht "Erneuerbare Energie in Österreich - Marktentwicklung 2008" als Download


Solarwärme Roadmap 2020 am 7. Mai 2009 von BM Berlakovich präsentiert

Die im Auftrag des Lebensministeriums erstellte "Solarwärme Roadmap 2020" zeigt auf, welche enormen Potenziale bei Solarwärme noch bestehen. Bis zum Jahr 2020 ist eine Verzehnfachung der jährlich neu installierten Kollektorfläche in Österreich möglich. Voraussetzung ist die Forcierung der Solaren Sanierung im Wohnbau, die Aufnahme von Solarwärme bei Neubauten als Fördervoraussetzung, Impulsförderprogramme für Solarwärmeanwendungen in Gewerbe und Dienstleistungsgebäuden, Schulungsoffensiven im Handwerk und verstärkte Forschung und Technologieentwicklung für neue Anwendungen wie Klimatisierung, Prozesswärme. Die Studie wurde von der AEE INTEC in Abstimmung mit der Solarindustrie und den Ministerien BMVIT und BMWJF erstellt. Bei der gemeinsamen Präsentation mit Obmann KR Robert Kanduth und Studienautor Werner Weiß betonte BM Berlakovich, dass Solarwärme ein wichtiger Eckpfeiler für die "Energiestrategie Österreich" ist, da 30 Prozent des Gesamtenergieverbrauchs in die Raumwärme gehen.

Solarwärme Roadmap 2020 als Download


2. Europäischer Tag der Sonne voller Erfolg - über 7.000 Veranstaltungen in 16 Ländern

Die zweiten "European Solar Days" waren ein voller Erfolg. Bei über 7.000 Veranstaltungen in 16 Ländern wurden Schüler, Bürger und Betriebe zu Solarenergie informiert. Von Norwegen bis Italien, von Portugal bis Ungarn fanden Veranstaltungen statt. Allein in Österreich machten 434 Gemeinden, Betriebe, Schulen und Beratungsstellen mit. Mit der Aktion wurden geschätzte 500.000 Menschen erreicht. Die Koordination der Aktion lag bei den EU-Solarverbänden ESTIF und EPIA, auf nationaler Ebene bei den Solarverbänden. In Österreich wurde die Aktion vom klima:aktiv Programm solarwärme gemeinsam mit dem Klimabündnis Österreich, der Umweltberatung und vielen lokalen Partnern organisiert, geleitet vom Verband Austria Solar.

Presseaussendung von ESTIF zu European Solar Days
Homepage der European Solar Days mit Link zu allen Aktionen


Kurzbericht zur ESTIF Generalversammlung am 27-29.4.2009 in Haarlem (NL)

Am 27./28. April 2009 fand in Haarlem (NL) die Generalversammlung des Europäischen Solarindustrieverbandes ESTIF statt, Austria Solar nahm als Mitglied von ESTIF teil. Am 29. April 2009 gab es einen Workshop der nationalen Solarverbände zur Umsetzung der EU-Richtlinie Erneuerbare Energie, die seit Mai in Kraft ist.

Die wichtigsten Infos von Generalversammlung und Workshop in Kürze:

  • Uwe Trenkner beendet Ende Juni seine Funktion als ESTIF-Generalsekretär und wechselt ins Beratungsgeschäft, Gespräche mit Kandidaten für die Nachfolge laufen.
  • Jeppe Falck (Fa. SolarCap) folgt Helle Meinertz (Fa. SolarCap) als neues ESTIF-Vorstandsmitglied. Im Vorstand sind auch zwei Österreicher: Alexander Eichwalder (GREENoneTEC/Kioto Clear Energy) und Robin Welling (TiSUN).
  • 2008 ist der EU-Markt um 60% (!) auf 4,6 Mio m2 neu installierte Kollektorfläche angewachsen. Auch für 2009 wird in den meisten Ländern ein leichtes Wachstum erwartet. Vorläufige EU-Marktzahlen einiger Länder 2008 und Wachstum geg. 2007 in % (wird bei der estec2009 offiziell präsentiert):
    • D: 2,1 Mio m2, +120 %
    • E: 430.000 m2, +58%
    • IT: 420.000 m2, + 28%
    • AT: 348.000 m2, +25%
    • FR: 310.000 m2, +20%
    • GR: 300.000 m2, +5%
    • PT: 86.000 m2, +65%
    • CH: 85.000 m2, +30%
    • UK: 81.000 m2, +50%
    • CZ: 35.000 m2, +40%
    • SE: 27.000 m2, +5%
    • NL: 25.000 m2, +20%
  • Portugiesischer Solarmarkt: nach Interventionen von ausländischen Solarverbänden und Regierungen (auch Österreich) wurde das Förderschema für Klein- und Mittelbetriebe angepasst. Bereits Solarhändler mit mind. 500 m2/Jahr verkaufter und installierter Kollektorfläche können sich damit für die Förderung registrieren. Dennoch Unsicherheit betr. Auswirkung des Förderregimes auf den portug. Markt 2009.
  • EU-Gebäuderichtlinie: ein Vorschlag der EU-Kommission zur Novellierung der Richtlinie ist im EU-Parlament und im EU-Ministerrat in Diskussion, verzögert sich durch EU-Wahl im Juni, Schweden (EU-Vorsitz 2. HJ 2009) will das Thema vorantreiben.
  • ECO Design EU-Richtlinie: vorliegender Richtlinienvorschlag ist schlecht durchdacht, würde 70 Prozent aller Lieferanten von Solaranlagen in der EU ausschliessen, da Labelling nur für Lieferanten von gesamten Heizanlagen (Solar + Kessel) möglich wäre, für reine Solaranbieter nicht. ESTIF und EHI (Europ. Heizungsverband) schicken eine gemeinsame Stellungnahme zur Abänderung des Vorschlages an die EU-Kommission. Auch Austria Solar ist bereits über das BMWJF aktiv geworden.
  • Die Solarkonferenz estec2009 findet am 25. und 26. Mai 2009 in München statt.
  • Die nächste ESTIF Generalversammlung findet am 1. Dezember 2009 in Brüssel statt.
  • Workshop zur Umsetzung der EU-Richtlinie Erneuerbare Energie, die seit Mai in Kraft ist:
    • Der Workshop gab einen Überblick über den Stand der Vorbereitungen der National Renewable Action Plans in den einzelnen Ländern – Österreich derzeit unter den Vorreitern!
    • Die Richtlinie legt fest, wie die Mitgliedsstaaten das gemeinsam beschlossene Ziel von 20 % Erneuerbare an der Energieversorgung bis 2020 erreichen können
    • Grosse Tragweite der Richtlinie: in spätestens fünf Jahren sollte in der gesamten EU bei Neubau oder umfassender Sanierung von Privatgebäuden der Einbau erneuerbarer Energietechnik verpflichtend sein, bei allen öffentlichen Gebäuden bereits in drei Jahren.
    • Die Richtlinie regelt die statistischen Berechnungsmethoden zur Zielerreichung; den Rahmen für Behördenverfahren, Information und Schulungsmassnahmen; den Herkunftsnachweis für Erneuerbaren-Zertifikate; den Netzzugang für Ökostrom; die Nachhaltigkeit von Biosprit
    • Mitgliedstaaten müssen der EU-Kommission bis Juli 2010 einen National Renewable Action Plan vorlegen (sechs Monate davor ein Forecast Document)
    • Bis Dezember 2011 müssen Fortschrittsberichte der Mitgliedsstaaten vorliegen, danach alle 2 Jahre