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Solarwärme

Umfassende und firmenunabhängige Infos rund um Solaranlagen

Austria Solar Newsletter 4-2007


Klima- und Energiefond: 45 Mio Euro für 2007 vergeben

Das Präsidium des Klima- und Energiefonds hat am 3. Dezember die Mittelvergabe für 2007 beschlossen. Von den zu Verfügung stehenden 50 Millionen Euro fließen heuer 15,4 Mio Euro in Forschung & Entwicklung, 17,1 Mio Euro in Mobilitäts-Maßnahmen und 2,6 Mio Euro in den Bereich Marktdurchdringung. Von den 600 eingelangten Förderanträgen werden 150 mit einer Gesamtsumme von 45 Mio Euro gefördert.

Das grösste mit 3 Mio Euro geförderte Projekt ist ein Bahnanschluss für einen Stahlbetrieb, das kleinste Projekt ist eine Windkraftanlage auf einer Berghütte mit einer Fördersumme von 12.000 Euro. Weitere Beispiele sind eine Passivhaus-Solar-Sanierung von 204 Wohneinheiten, die teilweise Umstellung einer öffentlichen Busflotte auf Biogas oder eine Wanderausstellung zu energiesparenden Geräten.

Für 2008 stehen 150 Mio Euro zur Verfügung, die Schwerpunkte der Mittelvergabe werden Technologieentwicklung, Modellprojekte und Bewusstseinskampagnen sein.

Nähere Infos zum Fond findet man unter http://www.klimafonds.gv.at


Kurzbericht zur ESTIF Generalversammlung am 28.11.2007 in Brüssel

Am 28.11.2007 fand in Brüssel die Generalversammlung des Europäischen Solarindustrieverbandes ESTIF statt, Austria Solar nahm als Mitglied von ESTIF teil. Bei der Versammlung sprach der langjährige EU-Parlamentarier Claude Turmes über aktuelle politische Entwicklungen in Brüssel. Die wichtigsten Infos in Kürze:

  • Im Jänner 2008 soll ein Entwurf der EU-Direktive zu Erneuerbarer Wärme vorliegen, der dann von den Mitgliedsstaaten begutachtet wird. Ziel ist, dass diese Direktive noch vor den Wahlen zum Europaparlament im Sommer 2009 in Kraft tritt.
  • Die Solarwärme braucht dringend eine noch stärkere Präsenz in der EU-Politik, die Diskussion über Erneuerbare Energien wird in Brüssel nach wie vor von Wärmepumpen, Wind und PV dominiert.
  • Insgesamt wird für die EU-27 + CH ein Marktrückgang 2007 von Minus 10 Prozent erwartet, vor allem durch den Markteinbruch Deutschlands um mehr als ein Drittel.
  • Stabile Rahmenbedingungen wie eine EU-Direktive - Stichwort Solarpflicht - sollen die Solarwärme zukünftig weniger abhängig von Ölpreisentwicklung, Klimadiskussion und Förderpolitik machen.
  • Solar Keymark ist in ganz Europa (ausser UK) anerkannt, nur in Deutschland, Frankreich und Spanien müssen vereinzelt geringe Zusatzanforderungen erfüllt sein.
  • ESTIF wächst und hat mittlerweile über 100 Mitglieder, ein neues Corporate Design ist in Vorbereitung.
  • Am 28. Jänner 2008 findet in Brüssel der offizielle Auftakt des "Europäischen Tag der Sonne" (16./17. Mai 2008) statt, mit prominenten Gästen wie Energiekommisar Piebalgs u. a.
  • Im Frühjahr 2008 wird die Europäische Solarwärme Roadmap 2030 publiziert.
  • Die nächste Solarkonferenz estec2009 findet am 24. und 25. September 2009 in Paris statt.

Vorläufige Solarmarktzahlen für 2007 (Quelle: ESTIF)


Kurzbericht zum Workshop über grössere Solaranlagen in Europa am 27.11.2007 in Brüssel

Der im Rahmen des IEE Projekts SOLARGE organisierte Workshop fasste den Stand der Entwicklung bei grösseren Solaranlagen in Wohngebäuden, Hotels und öffentlichen Gebäuden zusammen.

  • In der SOLARGE Datenbank sind 100 Best Practice Anlagen aus 10 Ländern dokumentiert, plus 8 Länderfallstudien zur Marktsituation bei grösseren Solaranlagen
  • Wohnbauträger sind europaweit bis dato wenig motiviert Solaranlagen einzusetzen, Kosten-Nutzen-Diskussionen dominieren deren Beschäftigung mit Solarwärme.
  • Es besteht Handlungsbedarf bei Standardisierung und Monitoring grösserer Solaranlagen, sowie bei Ausbildungskursen für Planer.
  • Erfolgsstory Österreich: Marktverdopplung in 3 Jahren bei Mehrfamilienhäusern und Hotels durch Tagungen, Standardisierung, Qualitätssicherung, Schulung, Planungsaudits.
  • Frankreich: 12 % Marktanteil der grösseren Solaranlagen am Gesamtmarkt, Wohnbausektor bewegt sich eindeutig in Richtung grössere Solaranlagen, ähnlicher Ansatz wie in Österreich.
  • Italien: unter 5 % Marktanteil der grösseren Solaranlagen am Gesamtmarkt, Ziel 2020: 15 %
  • Dänemark: keine Solarförderung, Solarmarkt v. a. bei grösseren Solaranlagen von Gemeinden, Heimen etc., grösste Solaranlage Europas in Marstal (18.365 m2), dutzende Anlagen von 200 bis 8.000 m2 in Betrieb, etliche Anlagen über 3.000 m2 in Planung, decken zum Teil bis zu 20 % des Orts-Wärmebedarfes ohne Pufferspeicher ab.

SOLARGE Datenbank unter http://www.solarge.org


Neuer Mitarbeiter bei Austria Solar: Laurent Mekul

Nach sechsjähriger Tätigkeit als Assistent der Geschäftsführung verlässt Ralf Steffens den Verband und geht aus privaten Gründen zurück nach Deutschland. Er hat wesentlich zum Aufbau des Verbandes beigetragen und wurde bei der Generalversammlung von der versammelten Branche mit anerkennendem Applaus verabschiedet.

Sein Nachfolger Laurent Mekul begann nach dem beeindruckenden Erlebnis der totalen Sonnenfinsternis 1999 mit einem Astronomiestudium, danach absolvierte er das TGM Kolleg Erneuerbare Energie in Wien. Seit Dezember unterstützt er die Geschäftsführung des Verbandes als neuer Assistent.