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Solarwärme

Umfassende und firmenunabhängige Infos rund um Solaranlagen

Austria Solar Newsletter 10-2010


Solarpapst Hermann Scheer gestorben

Am Donnerstag, 14. Oktober 2010, verstarb in einem Berliner Krankenhaus der führende Vorkämpfer für die solare Energierevolution - Hermann Scheer. Unermüdlich diskutierte, schrieb und stritt er für eine solare Energiewende. Er schrieb mehrere Bücher und hielt pausenlos Vorträge, erst im April dieses Jahres kam sein neuer Film „ 4. Revolution – Energy Autonomy“ in die Kinos. 1999 wurde er für seinen Einsatz zur weltweiten Förderung der Sonnenenergie mit dem Alternativen Nobelpreis ausgezeichnet. In die Geschichte eingegangen ist das 1991 von ihm initiierte Stromeinspeisegesetz in Deutschland, welches als Energie-Einspeisegesetz (EEG) mittlerweile von weltweit rund 50 Ländern übernommen wurde. Hermann Scheer hat über Jahrzehnte viele tausend Menschen mit visionären Ideen und unermüdlichem persönlichen Einsatz für die Vision einer solaren Gesellschaft begeistert und motiviert. Jetzt weilt er nicht mehr unter uns - er wird uns fehlen.

SPD-Politiker Hermann Scheer ist tot (Spiegel Online)
Hermann Scheers Ideen leben fort - www.hermannscheer.de


83 Prozent meinen: Solaranlagen werden in Zukunft an Bedeutung gewinnen

Die Top 20 der In´s and Out´s beim Hausbauen und Renovieren zeigen es deutlich: Solaranlagen sind das Top-Thema der nächsten Jahre. Unter 1.000 Befragten Häuslbauern und Sanierern sagten 83 Prozent, dass Solaranlagen in Zukunft an Bedeutung gewinnen werden. Thermische Solaranlagen liegen dabei vor Pelletheizungen (66 Prozent), Photovoltaik (64 Prozent) und Wärmepumpen (54 Prozent). Dies ist das Ergebnis der aktuellen Häuslbauer-Studie des Linzer market-Institutes, bei der im Jänner 507 derzeitige und 495 zukünftige Häuslbauer und Renovierer befragt wurden. Auch die Evaluation der heurigen Solarkampagne „Schlaue heizen mit der Sonne“ hat ein sehr hohes Bewusstsein zu Solarwärme in der Bevölkerung gezeigt. Von 1.000 Befragten nannten 45 Prozent spontan Solarenergie, wenn es um die Frage der Warmwasserbereitung geht. Auch wenn die solaren Sanierungsinvestitionen heuer rückläufig sind, mittelfristig führt kein Weg am Umstieg auf die Sonne vorbei. Dies ist den meisten Menschen bewusst, wie die Umfragen zeigen.

Grafik zu Top 20 der In´s and Out´s beim Hausbauen und Renovieren
Ergebnisbericht der Solarkampagne „Schlaue heizen mit der Sonne“


Austria Solar Gütesiegel: Einreichungsrunde bis 31. Oktober 2010

Bereits 24 Solaranbieter tragen die begehrte Auszeichnung „Austria Solar Gütesiegel“. Das Gütesiegel hat sich am Markt erfolgreich etabliert, die Gütesiegelbetriebe liefern zusammen drei Viertel aller in Österreich verkauften Solaranlagen. Prinzipiell kann jeder Komplettanbieter von Solarsystemen das Austria Solar Gütesiegel erlangen, sofern sämtliche Kriterien der Gütesiegel-Richtlinie erfüllt sind. Die einzige formelle Voraussetzung ist eine Mitgliedschaft im Verband Austria Solar. Die Einreichungen zum Gütesiegel werden von einer unabhängigen Kommission geprüft. Die aktuelle Einreichrunde läuft bis 31. Oktober 2010.

Nähere Infos zu Ausschreibung und Gütesiegelbetriebe


Kurzbericht zur EuroSun 2010 in Graz von 28. Sept. bis 1. Okt. 2010

Von 28. Sept. bis 1. Okt. 2010 fand die internationale Konferenz EuroSun - die größte Solarthermie-Veranstaltung in Europa - erstmals in Österreich statt. Austria Solar nahm an der Konferenz und der begleitenden Fachexkursion teil.

Die Highlights in Kürze:

  • knapp 600 Teilnehmer aus 54 Ländern
  • Europäischer Solarmarkt 2010 rückläufig, Prognose:
    • DK: - 40 %
    • D: - 25 %
    • A: - 15 %
    • F: +/- 0%
    • Rückgänge in Italien und Spanien
    • Wachstum in Polen
  • Massenmarkt Eigenheime von Rückgang stärker betroffen als kommerzieller Markt (MFH, Hotels, öff. Gebäude, etc.) 
  • Europa fällt hinter internationale Märkte - speziell China - zurück 
  • auf osteurop. Umweltmessen starke Ausstellerpräsenz Chinas und Australiens, kaum Westeuropäer 
  • Solare Kühlung entwickelt sich rasch:
    • in 5 Jahren Anlagenzahl verzehnfacht (2004: 50 Anlagen weltweit, 2009: 500 Anlagen)
    • Kleinanlagen liegen derzeit bei 5.000 Euro/kW Kühlleistung, Großanlagen bei 2.000 Euro/kW 
  • Solar-Wärmepumpen Kombinationen verschiedenster Art in Erprobung um Solardeckungsgrad zu erhöhen 
  • Erfahrung mit Phasenwechselmaterial-Speicher wächst, es liegen bereits mehrjährige Testversuche vor 
  • Simulationserfahrung mit Systemvergleichen von Solarkombi mit WP, PV, Holz, Strom nimmt zu 
  • Praxiserfahrung bei solarem Kühlen nimmt zu, Problem nach wie vor Stromverbrauch von Pumpen und Rückkühlung, Regelstrategien, Effizienz des Gesamtsystems 
  • Hochtemperaturkollektoren sind im mehreren Ländern in Entwicklung 
  • zu Kunststoffkollektoren wurde ein grosses österreichisches Grundlagenprojekt gestartet

ESTEC 2011 in Marseille - Call for abstracts gestartet

Am 20./21. Oktober 2011 findet zum fünften Mal die größte Europäische Solarwärmekonferenz ESTEC statt, diesmal in Marseille an der französischen Côte d'Azur. An der letzten Konferenz 2009 in München nahmen über 400 Teilnehmer aus 43 Ländern teil. Der Fokus der Konferenz liegt bei den Themen Marktentwicklung, Kostensenkung, Integration von Komplettsystemen sowie der Zusammenarbeit mit Bauindustrie und Ingenieurbüros. Durch den Konferenzort Südfrankreich wird auch das große solarthermische Potenzial in Südeuropa und der Mittelmeerregion im Mittelpunkt stehen. Organisiert wird die Konferenz vom europäischen Solarwärmeverband ESTIF, dem französischen Solarverband ENERPLAN und der Energieagentur ADEME. Nutzen sie diese internationale Bühne, ihre besten Ideen und Projekte vor einem weltweiten Fachpublikum zu präsentieren! Der Call for Papers wurde vor kurzem gestartet und läuft bis 7. Februar 2011.

Infos zur ESTEC am 20./21. Oktober 2011 in Marseille und Online-Einreichung der Beiträge