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Solarwärme

Umfassende und firmenunabhängige Infos rund um Solaranlagen

Austria Solar Newsletter 12-2010


EU-Kommission: Energiestrategie 2020 veröffentlicht

"Ein Scheitern können wir uns nicht leisten …" - mit diesen Worten beginnt eine Mitteilung der EU-Kommission mit dem Titel "Energie 2020", welche am 10. November 2010 veröffentlicht wurde. Dieses Strategiepapier legt die energiepolitischen Prioritäten der nächsten zehn Jahre in Europa fest. Am 4. Februar 2011 werden die Staats- und Regierungschefs beim ersten EU-Energiegipfel darüber diskutieren. Die Kommission geht davon aus, dass die Öl- und Gasmärkte bis 2020 sehr angespannt sein werden, was die EU als weltweit größter Energieimporteur anfällig für Versorgungskrisen macht. Für die Verbraucher in der EU sei es daher wichtig, möglichst rasch vor allem vom Öl wegzukommen, was derzeit nicht geschieht. Die Kommission schlägt vor, sich auf die Sektoren mit dem größten Einsparpotenzial zu konzentrieren: Verkehr und Gebäude. Dabei setzt sie einmal mehr ausschließlich aufs Thema Strom. Alle fünf Prioritäten des Strategiepapiers zielen auf eine langfristig flächendeckende Versorgung mit CO2-freiem Strom aus erneuerbarer Energie und Kernenergie. Heizen und Kühlen mit Erneuerbaren ist für die Kommission hingegen ein Forschungsthema und soll im Plan für Energietechnologie (SET-Plan) vorangetrieben werden. Dies ist eine völlige Verkennung der Tatsachen. Heizen und Kühlen mit erneuerbarer Energie trägt derzeit zu über 50 % zum Anteil erneuerbarer Energien am Energiemix in der EU bei. Der Kommission fehlt offensichtlich völlig ein Plan, mit welchen Instrumenten dieser Sektor weiter ausgebaut werden soll. Dies ist auch zum Nachteil Österreichs, viele heimische Solarwärmeanbieter sind Marktführer in Europa. Beim EU-Energiegipfel im Februar 2011 wird Österreich die Gelegenheit haben, auf diesen Umstand hinzuweisen.

EU-Kommission: Energy 2020 - A strategy for competitive, sustainable and secure energy


NÖ: Änderung der Solarförderung mit 1.1.2011

In der Sitzung der NÖ Landesregierung am 7. Dezember 2010 wurde eine Änderung der NÖ Wohnungsförderungsrichtlinien 2011 beschlossen. Die bisherige Einzelförderung für thermische Solaranlagen, Biomasseheizungen und Wärmepumpen läuft mit Jahresende aus. Ab 1.1.2011 gibt es stattdessen einen Annuitätenzuschuss von drei Prozent, Voraussetzung ist die Aufnahme eines Wohnbauförderungsdarlehens. Für Solaranlagen zur Warmwasserbereitung werden max. 1.500 Euro Darlehensrahmen anerkannt, für Solaranlagen zur Warmwasserbereitung und Zusatzheizung max. 3.000 Euro. Niederösterreichische Solarfirmen und Installateure haben vor der Entscheidung beim zuständigen Landesrat Sobotka ihre Bedenken betreffend einer derartigen Umstellung des Fördersystems geäußert. Die ersten Monate des nächsten Jahres werden zeigen, wie das neue Fördermodell von der NÖ Bevölkerung angenommen wird.

NÖ Wohnungsförderungsrichtlinien 2011


Kurzbericht zur ESTIF Generalversammlung am 3.12.2010 in Brüssel

Am 3.12.2010 fand in Brüssel die Generalversammlung des Europäischen Solarindustrieverbandes ESTIF statt. Am Tag davor wurden in einem halbtätigen Workshop aktuelle Entwicklungen zu „Solar Thermal Standards & Certifications“ ausgetauscht. Austria Solar nahm an Workshop und Generalversammlung teil (Austria Solar ist Mitglied).

Die wichtigsten Infos in Kürze:

  • Neuer ESTIF-Präsident ist Robin Welling (TiSUN), in den 7-köpfigen ESTIF-Vorstand wurden folgende Personen neu gewählt: Alexander Eichwalder (GREENoneTEC); Jose-Antonio Pérez (BDR Thermea); Richard Loyen (ENERPLAN, franz. Solarverband); Arthur de Vries (Verband Holland Solar) und Harald Drück (Forschungsinstitut ITW)
  • Für das Jahr 2010 wird in den EU 27 + CH ein Marktrückgang von 10 Prozent erwartet. In einigen Ländern waren 2010 dennoch deutliche Zuwächse zu beobachten. Schätzung für 2010 in % geg. 2009:
    • UK: + 32 %
    • DK: + 15 %
    • PT: + 7 %
    • FR: + 5 %
    • PL: + 4 %
    • CH: + 3 %
    • GR: + /- 0 %
    • IT: - 2 %
    • SE: - 4 %
    • ES: - 9 %
    • NL: - 9 %
    • AT: - 13 %
    • BE: - 21 %
    • DE: - 26 %
    • CY: - 63 %
  • Solarmarkt Griechenland trotz massiver Finanz- und Wirtschaftskrise stabil
  • UK erwartet starkes Wachstum durch „Renewable Heat Incentive“ Förderschema ab Mitte 2011
  • PV wird zunehmend als Konkurrenz empfunden, boomt in mehreren Ländern
  • estec2011 in Marseille/Frankreich (20./21.10.2011) erstmals mit eigenem Installateurtag, Koooperation mit Netzwerk Qualit’EnR (8.000 Solar-Installateure Mitglied)
  • Solarwärme braucht Innovationsschub, um weiter wachsen zu können:
    • Geringe Wahrnehmung von Solarwärme geg. PV in Öffentlichkeit, bei EU-Kommission, im SET-Forschungsplan der EU, etc.
    • Solarwärme muss zukünftig gegen andere Erneuerbare bestehen (Bsp. Kombination Wärmepumpe-PV), Systeme müssen einfacher und billiger werden
    • seit 2000 keine Preissenkung am Markt bei Solarwärme zu beobachten, Handwerker geben sinkende Produktionskosten der Solartechnik nicht an Endkunden weiter
    • 90 % der Solaranlagen in EU sind Warmwasser-Anlagen, Heizen mit der Sonne in den meisten Ländern nach wie vor Randthema
  • EU-Gebäuderichtlinie ist enorme Chance, Solarwärme als Voraussetzung für „Nearly zero energy buildings“ zu verankern, ESTIF setzt Initiativen
  • EU Energy Labelling Richtlinie ist für „Water Heaters“ fertig, tritt bis Ende 2012 in Kraft (selbe Richtlinie für „Space Heating“ ist in Vorbereitung)

10. Februar 2011: SMEThermal 2011 in Berlin (D)

Zum zweiten Mal findet am 10. Februar 2011 die Solar Thermal Materials, Equipment and Technology Conference in Berlin statt. Die erste Konferenz im März diesen Jahres übertraf alle Erwartungen. 150 Industrievertreter aus 20 Ländern diskutierten Material- und Herstellungsfragen bei Kollektoren und Speichern, darunter Marktführer wie Bosch, Baxi, Vaillant, Viessman, Schüco und Kingspan. Die Tagung im Februar dreht sich um Automatisierung, Qualitätssicherung, Kostenreduktion und neue Materialien. Geleitet wird die Tagung von der bekannten Solarjournalistin Bärbel Epp und dem früheren ESTIF-Geschäftsführer Raffaela Piria, beide sind im Beratungsgeschäft tätig. Austria Solar Mitglieder können mit reduzierter Teilnahmegebühr teilnehmen - bei Anmeldung bitte Austria Solar Mitgliedschaft bekannt geben!

Programm und Anmeldung zur SMEThermal 2011 in Berlin (D) - bei Anmeldung bis 17.12.2010 ein Drittel der Teilnahmegebühr sparen!