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Solarwärme

Umfassende und firmenunabhängige Infos rund um Solaranlagen

Austria Solar Newsletter 5-2011


DREI Studien zeigen: Energieautarkie für Österreich bis 2050 möglich

Seit Jahresbeginn wurden drei Studien veröffentlicht die ÜBEREINSTIMMEND zeigen, dass eine Versorgung Österreichs ausschließlich mit heimischen erneuerbaren Energieträgern bis 2050 möglich ist. Die Studien wurden von Ministerien, Gewerkschaft, Energieversorgern und Umweltorganisationen beauftragt. Dabei geht es nicht um Autarkie im Sinne einer hermetischen Abgrenzung von Nachbarländern und Europa. Internationale Austauschbeziehungen für Energie und Güter bleiben in den Szenarien erhalten, übers Jahr gerechnet ist die Energiebilanz jedoch ausgeglichen – in den engagierten Szenarien ist sogar ein Exportüberhang erzielbar. Bei den Potentialabschätzungen zu erneuerbaren Energieträgern wurden soziale und ökologische Verträglichkeit berücksichtigt. Die Energie-Dienstleistungen 2050 entsprechen den heutigen Verhältnissen, was Komfort und Wohlstand betrifft. Der Energie-Verbrauch muss aber bis 2050 halbiert werden, darin sind sich alle drei Studien einig. Alle drei Studien zeigen klar die Vorteile regionaler Selbstversorgung: Importe und Devisenabflüsse sinken - Arbeit, Einkommen und Umsätze in der Region steigen. Voraussetzung dafür ist ein gesellschaftlicher Konsens für die Energieautarkie 2050 und klare, eindeutige politische Entscheidungen auf allen Ebenen für den Ausstieg aus fossilen Energieträgern. Denn die Übereinstimmung aller drei Studien stellt klar: der Weg ist eindeutig der richtige, es ist nur mehr eine Frage des Wollens.

Alle drei Studien stehen im Internet als Download zur Verfügung:

Energieautarkie für Österreich 2050
energy [r]evolution - Österreich 2050
Zukunftsfähige Energieversorgung für Österreich


NEU: Solarwärme bzw. CO2-arme Wärmeversorgung in zwei Baugesetzen vorgeschrieben

Am 1. April 2011 trat in Salzburg eine neue Bautechnikverordnung in Kraft, am 1. Mai 2011 in der Steiermark. Damit beginnt ein neues Kapitel im österreichischen Baurecht: Solarwärme bzw. CO2-arme Wärmeversorgung ist erstmals in Baugesetzen vorgeschrieben. In der Steiermark ist bei der Errichtung neuer Wohnbauten die Warmwasserbereitung unter Verwendung thermischer Solaranlagen oder direkt aus anderen erneuerbaren Energieträgern vorgeschrieben. Ausnahmen bestehen nur, wenn eine Fernwärmeversorgung aus erneuerbaren Energieträgern oder eine ganzjährige hocheffiziente Kraft Wärme Kopplung besteht oder der Einsatz erneuerbarer Energie nachweislich nicht wirtschaftlich möglich ist. In Salzburg wurden die Anforderungen an Neubauten über Wärmeverluste hinaus um passive Solargewinne und maximal erlaubte CO2-Emissionen der Heizung erweitert. Ein Öl- oder Gaskessel ohne thermische Solaranlage ist damit faktisch ausgeschlossen. Der Solarwärme kommt auch entgegen, dass die Gebäude mit einer zentralen Wärmebereitstellungsanlage und einem zentralen Wärmemengenzähler auszustatten sind. Für die Wärmeverteilung solcher Bauten ist ein Zweileiter-Wärmeverteilnetz für die Heizung und die Warmwasserbereitung vorzusehen. Andere Bundesländer beobachten diese Erfahrungen aufmerksam, einige könnten 2012 nachziehen.

Steiermärkisches Baugesetz, siehe § 80, Absatz (6)
Salzburger Bautechnikverordnung-Energie


Auszeichnung beim Tag der Sonne

Der Tag der Sonne am 6. und 7. Mai 2011 fand heuer zum 10. Mal in Österreich statt, zum 4. Mal als European Solar Days in 19 Ländern. Bei 440 Veranstaltungen in ganz Österreich informierten 165 Gemeinden, 189 Betriebe, 51 Schulen und Kindergärten sowie 35 Beratungsstellen über Solarenergie. Erstmals machten mehr Betriebe als  Gemeinden mit. Es wurden rund 50.000 Besucher aus der lokalen Umgebung mit Solarwärme-Infos persönlich erreicht. Mit rund 440 Pressemeldungen mit einer Gesamtauflage von 14 Mio. fand die Aktion ein beachtliches Medienecho. Anlässlich des 10. Tag der Sonne wurden die treuesten Teilnehmer an der Aktion in vier Kategorien ausgezeichnet. Diese Teilnehmer haben seit 2002 bis zu neun Mal beim Tag der Sonne mitgemacht: Gemeinde Diex in Kärnten (Kategorie Gemeinde), Solaris Sonnenenergiesysteme GmbH in Kärnten (Kategorie Betrieb), KMS Oskar Spiel Gasse in Wien (Kategorie Schule/Kindergarten), Wien Energie Haus in Wien (Kategorie Beratungsstelle). Die ausgezeichneten Teilnehmer erhielten als Dankeschön Solarkocher, Solar-Prüfkoffer bzw. einen Kosmos „Wärme von der Sonne“ Baukasten für den Unterricht.

Auszeichnung der Gemeinde Diex und der Firma Solaris in Kärnten (Foto: Gemeinde Diex) 
Auszeichnung des Wien Energie Haus und der KMS Oskar Spiel Gasse in Wien (Foto: DeSt)


Solarwärme in Gebäuden - zwei aktuelle Ausschreibungen, reichen sie ein!

Um Solarwärme in Gebäuden voranzutreiben braucht es eine Weiterentwicklung der Gebäudeintegration von Solartechnik und Mustergebäude, die zeigen was bei solarer Sanierung alles möglich ist. Diese Entwicklungen werden von der öffentlichen Hand unterstützt: vor kurzem wurden zwei Ausschreibungen gestartet, die zur Entwicklung und Verbreitung von Solarwärme in Gebäuden wesentlich beitragen können. Nutzen sie das Programm und reichen sie spannende Entwicklungsprojekte ein, um neue technische Solarlösungen rascher am Markt verfügbar zu machen!

Am 6. Mai wurde das Programm "Haus der Zukunft Plus" des bmvit gestartet. Dieses Programm mit einem Budget von 3,5 Mio. Euro soll Forschung, Entwicklung und industrielle Fertigung von Innovationen im Gebäudebereich unterstützen. Die Themenbereiche des Programms sind:

  • Schlüsseltechnologien für Gebäude der Zukunft (z. B. Gebäudeintegration von Solarwärme über Solarfassaden, Speicherung von Solarwärme in Bauteilen, etc.)
  • Demonstrationsgebäude (z. B. Entwicklung eines Gesamtsystems aus Gebäudehülle, Solarwärmenutzung und Wärmeverteilung, das bislang noch nicht demonstriert wurde)
  • Industrielle Umsetzung innovativer Technologien (z.B. Überführung von Einzelfertigung in Serienproduktion oder Modernisierung bestehender Fertigungslinien)
  • Strategien, Ausbildung und Vernetzung

Projekt können via eCall bis 20. Juli 2011 (Schlüsseltechnologien, Strategien, Ausbildung und Vernetzung) bzw. 12. Oktober 2011 (Demonstrationsgebäude, Industrielle Umsetzung innovativer Technologien) eingereicht werden.

Haus der Zukunft Plus - Ausschreibungsunterlagen / Einreichung via eCall   

Am 12. April startete das Förderprogramm "Mustersanierung" des Klima- und Energiefonds. Mit einem Budget von 3 Mio. Euro sollen Best-Practice-Sanierungen zeigen, wie der Energieverbrauch in Gebäuden radikal verringert werden kann. Die Förderung steht erstmals auch für öffentliche Gebäude (Schulen, Kindergärten, Vereine, etc.) zur Verfügung. In Verbindung mit Mustersanierungen werden auch thermische Solaranlagen zur Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung mit 25 % der umweltrelevanten Mehrinvestitionskosten gefördert. Fördervoraussetzung ist ein Energieverbrauchsmonitoring des ersten Betriebsjahres. Die Mustersanierungsprojekte sollen beispielgebend medial- und öffentlichkeitswirksam kommuniziert werden. Nutzen sie das Förderprogramm um ihre innovativen Solarlösungen für Gebäude bekannter zu machen!

Mustersanierung - Programminfos und Einreichunterlagen (Einreichfrist bis 15.11.2011)