x

Solarwärme

Umfassende und firmenunabhängige Infos rund um Solaranlagen

Austria Solar Newsletter 12-2011


IEA erwartet Ölpreisanstieg bis 2015 auf 150 Dollar pro Barrel

Der Anfang November 2011 in London präsentierte World Energy Outlook 2011 der Internationalen Energieagentur IEA enthält eine klare Aufforderung: Ohne Energiewende keine Energiesicherheit. Die Welt dürfe nicht länger auf ein unsicheres, ineffizientes und kohlenstoffreiches Energiesystem bauen, so die IEA. Es wird immer teurer, die Ölversorgung zu sichern, da die Ölunternehmen kostspieligere und schwerer zugängliche Ölquellen erschließen müssen um versiegende Ölquellen zu ersetzen. Im ungünstigen Fall rechnet die IEA bis 2015 mit einem Ölpreis von 150 Dollar pro Barrel. Die Szenarien der IEA zeigen die entscheidende Rolle den Regierungen bei der Gestaltung der zukünftigen Energieversorgung. „Mit jedem Jahr ohne klare Investitionen in saubere Energie wird es schwerer und teurer, unsere Ziele bei Energiesicherheit und Klimaschutz zu erreichen“, so IEA-Chefvolkswirt Fatih Birol. Es geht längst nicht mehr nur um CO2, sondern schlichtweg um die Sicherung der Energieversorgung – und damit unseres Wohlstands.

IEA World Energy Outlook 2011 (Zusammenfassung)


IPCC-Bericht: Billige, sichere und klimafreundliche Energieversorgung ohne

12,9 Prozent des weltweiten Energieverbrauches wird bereits mit Erneuerbarer Energie gedeckt. Die weltweiten Investitionen in Erneuerbare haben sich in den letzten fünf Jahren verdoppelt. Wärme aus Sonne, Biomasse und Geothermie ist in vielen Weltregionen heute wirtschaftlicher als die fossile Konkurrenz. Wir haben weit mehr Erneuerbare Energie zur Verfügung, als wir überhaupt Energie verbrauchen, vor allem direkte Solarenergie. Die Erneuerbaren bieten höhere Energiesicherheit als fossile Energie, auch für die mehr als zwei Milliarden Menschen welche heute in Energiearmut leben. Die technische Herausforderung ist die Speicherung und Verteilung. Das sind die Ergebnisse des kürzlich in Wien präsentierten "Special Report on Renewable Energy Sources and Climate Change Mitigation" des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC). Wenn wir weiter Öl, Gas und Kohle verbrennen erhöht sich die CO2-Konzentration von derzeit 389 auf 600 ppm, die Erdatmosphäre würde sich um acht Grad erwärmen. Alle Küstenbewohner können dann schon mal die Koffer packen, für eine Reise ohne Wiederkehr. Selbst bei kritischer Betrachtung liegen die CO2-Emissionen von Erneuerbarer Energie bei einem 500-stel bis 1.000-stel der fossilen, wie das IPCC vorrechnet. Auch die energieaufwändige CO2-Abscheidung bei Kohlekraftwerken liegt hundertfach über den Werten für Erneuerbare. Allen Zweiflern der Kosteneffizienz von Erneuerbaren rechnet das IPCC vor: ohne Ausbau der Erneuerbaren steigen die CO2-Vermeidungskosten bis 2100 auf das Doppelte an. Für Anhänger der Kernkraft hat das IPCC eine eindeutige Botschaft: Erneuerbare werden mit steigender Verbreitung billilger, die Kernkraft wurde mit steigender Verbreitung immer teurer, wegen zunehmender Sicherheitsstandards. Die Politik muss daher jetzt handeln, sonst wird in den nächsten Jahrzehnten nur teurer werdendes Öl durch Gas ersetzt. Dann sitzen wir endgültig in der Klimafalle.

IPCC Special Report on Renewable Energy Sources and Climate Change Mitigation


Klima- und Energiefonds: 6,37 Millionen Euro für Solarwärme

Solare Großanlagen für Prozesswärme, Wärmenetze, Gewerbe- und Dienstleistungsbetriebe und solar unterstützte Klimatisierung gewinnen an Bedeutung. Das Budget der heurigen Ausschreibung „Solarthermie – Solare Großanlagen“ des Klima- und Energiefonds wurde durch einen Präsidiumsbeschluss um 1,5 Mio. Euro auf eine Gesamtfördersumme von 6,37 Mio. Euro aufgestockt. „Dank der aktuell beschlossenen Förderung von 52 Anlagen sind wir der Energiestrategie Österreichs und der Roadmap Solarwärme 2020 ein gutes Stück näher gekommen“, so Umweltminister Niki Berlakovich. Insgesamt 19 der 52 Projekte werden wissenschaftlich begleitet. Damit wurden seit 2010 insgesamt 90 Solare Großanlagen gefördert, Österreich zieht Deutschland davon.

OTS-Presseaussendung "Klima- und Energiefonds: 6,37 Millionen für Wärme aus Sonnenkraft"  


Großbritannien startet Wärmeprämie für kommerzielle Solarwärme-Anlagen

Am 28.11.2011 hat die britische Regierung ein neuartiges Förderprogramm für Wärme aus erneuerbaren Energiequellen gestartet (Renewable Heat Incentive, RHI). Es wird kein Investitionszuschuss gewährt, dafür erhält man 20 (!) Jahre lang pro Kilowattstunde Solarwärme einen Zuschuss von 8,5 Pence (ca. 10 Eurocent). Die Wärmeprämie können vorerst nur Solaranlagen bis 200 kW thermische Leistung (ca. 280 m2 Kollektorfläche) im Nicht-Wohnungsbau, d.h. Betriebe, Gemeinden, Vereine, erhalten. Die Regierung stellt dafür 860 Millionen Britische Pfund für fünf Jahre zur Verfügung (2011-2015). Das Ministerium für Energie und Klimaschutz (DECC) plant Anfang 2012, die Wärmeprämie auf private Solarwärmeanlagen auszuweiten. Damit will Großbritannien bis 2020 rund 44 Millionen Tonnen CO2 einsparen – im Inland, statt Zertifikate im Ausland zuzukaufen. Ein Modell auch für Österreich!

Renewable Heat Incentive (RHI) Scheme


Kurzbericht zur ESTIF Generalversammlung am 2.12.2011 in Brüssel

Am 2.12.2011 fand in Brüssel die Generalversammlung des Europäischen Solarindustrieverbandes ESTIF statt. Am Tag davor wurden in einem halbtätigen Workshop aktuelle Entwicklungen zu „Solar Thermal Standards & Certifications“ ausgetauscht. Austria Solar nahm an Workshop und Generalversammlung teil (Austria Solar ist Mitglied).

Die wichtigsten Infos in Kürze:

  • ESTIF-Mitglieder beliefern 40 Prozent des EU-Marktes
  • Für das Jahr 2011 wird in den EU 27 + CH ein Marktrückgang von fünf Prozent erwartet. Schätzung für 2011 in % geg. 2010:
    • DK: + 89 % (v.a. Solare Fernwärmeeinspeisung)
    • PL: + 14%
    • SE: + 11%
    • CH: + 4%
    • DE: + 5%
    • FR: - 5%
    • GR: - 5%
    • UK: - 10%
    • IT: - 15%
    • ES: - 18%
    • AT: - 18%
    • IR: - 28%
    • PT: - 40%
    • NL: -46 %
  • in 3 Ländern keine Förderung mehr: DK, GR, NL (s.o.: erstes, mittleres und letztes Land!)
  • Belgien: 40 Prozent Steuergutschrift für Solaranlagen im November 2011 gestrichen
  • UK: 10 Cent/kWh Wärmeprämie für kommerzielle Solarwärme-Anlagen am 28.11.2011 gestartet (Renewable Heat Incentive, RHI)
  • In Frankreich sind die Regeln für Installateure in Novellierung, nach denen Versicherungen die nationale CSTBat-Prüfung zusätzlich zu Solar Keymark verlangen. Soll 2012 geändert werden, dann Solar Keymark allein ausreichend
  • Weltweites Solar-Label: Vorbereitungen laufen, internationale Norm ISO 9806 = EN12975-2 im Entwurf vorliegend, kritische Fragen noch offen aber könnte 2013/2014 starten
  • EU Energy Labelling Richtlinie für „Water Heaters“ noch nicht in Kraft, ständige Verzögerungen. ESTIF-Ziel: Öl- und Gaskessel können maximal Klasse „A“ erreichen, nur mit Solaranlage bis zu „A+++“. Aktuelle ESTIF-Auswertung von 49 Solarsystemen zeigt: dies ist realistisch
  • ESTIF organisiert im Jänner 2012 ein Strategietreffen der Solar- und Heizungsindustrie betreffend Maßnahmen zur Marktbelebung