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Solarwärme

Umfassende und firmenunabhängige Infos rund um Solaranlagen

Austria Solar Newsletter 5-2008


IEA: Bis 2015 fehlt täglich über ein Siebtel des Weltölbedarfs

Ohne einen radikalen Politikwechsel droht der Welt eine neue Ölkrise: "Wir sollten das Öl verlassen, bevor es uns verlässt", fordert der Chefökonom der Internationalen Energieagentur (IEA), Fatih Birol in der Zeitschrift INTERNATIONALE POLITIK (IP). Es sei an der Zeit, die Alarmglocken zu läuten, "und wir läuten sie sehr laut". Von heute bis 2015 fehlten pro Tag 12,5 Millionen Barrel Öl, "rund 15 Prozent des Weltölbedarfs", warnte Birol vor kurzem im IP-Interview. "Kommt es zu einer Lücke zwischen Angebot und Nachfrage, wird das die Volkswirtschaften schwer treffen. Wir sollten darauf gefasst sein, in den nächsten Jahren äusserst enge, turbulente Ölmärkte zu sehen, mit möglicherweise eskalierenden Preisen." Die Politik der IEA-Mitgliedsstaaten sei gefordert: Neben einer drastischen Steigerung der Energieeffizienz, dem Einsatz alternativer Treibstoffe und zusätzlicher Ölförderprojekte gelte es, sich auf den Tag vorzubereiten, an dem das Öl zu Ende sei: Durch Forschung und Entwicklung wie wir Öl ersetzen können; welche Lebensstandards wir halten, welche Alternativen wir entwickeln können.

Das Interview mit Fatih Birol im Original unter: http://www.internationalepolitik.de/archiv/jahrgang-2008/april/download/1dd009358046b66009311ddacf8b74f50e1742a742a/original_ip_04_birol.pdf


Über 3.800 Veranstaltungen beim "Europäischen Tag der Sonne" am 16./17. Mai 2008 in 9 Ländern

Erstmals findet heuer ein „Europäischer Tag der Sonne“ statt, der am 16./17. Mai in neun Ländern Europas rund 290 Millionen Menschen erreicht, fast 60 Prozent der EU-Bevölkerung. Die meisten solaren Infoveranstaltungen weist Deutschland auf (2.400), gefolgt von Frankreich (über 800), Österreich (260) und der Schweiz (160). In den Teilnehmerländern Italien, Niederlande, Portugal, Slowenien und Spanien wird ebenfalls in mehr als 200 Veranstaltungen von Gemeinden, Betrieben und Schulen auf Solarenergie aufmerksam gemacht. In Brüssel organisiert der Europäische Solarindustrieverband eine grosse Veranstaltung mit Politikern, Schulklassen und einem Konzert, bei dem 2.000 Besucher erwartet werden. Damit sollen die EU-Kommission und das EU-Parlament auch sozusagen vor ihrer Haustüre auf den Europäischen Solartag hingewiesen werden.

Alle Veranstaltungen in den Ländern im Überblick auf http://www.solardays.eu/


Workshop 15.5.2008: EU-Richtlinie für Erneuerbare Energien

Am 23. Jänner 2008 hat die Europäische Kommission den Entwurf für eine „Richtlinie zur Förderung der Nutzung von Energie aus erneuerbaren Quellen“ vorgestellt. Das von den EU-Regierungschefs im März 2007 beschlossene verbindliche Ziel, den Anteil der erneuerbaren Energien am europäischen Energiemix bis 2020 auf 20 % zu heben, wird damit in Gesetzesform gegossen. Für Österreich sieht der EU-Richtlinien-Entwurf den Ausbau des erneuerbaren Energieanteils auf 34 % vor.

In einem hochkarätigen Workshop informieren die Verbände der erneuerbaren Energien (Österreichischer Biomasse-Verband, IG Windkraft Österreich, Kleinwasserkraft Österreich, Photovoltaic Austria, Austria Solar, ARGE Kompost & Biogas Österreich) über den Entwurf der EU-Kommission. Ziel des Workshops ist es, einen politischen Diskussionsprozess über dessen Umsetzung in Österreich anzuregen. Bereits über 200 TeilnehmerInnen sind angemeldet.

Termin: Donnerstag, 15. Mai 2008, 9.00-16.30 Uhr
Ort: Industriellenvereinigung, Großer Festsaal, Schwarzenbergplatz 4, 1030 Wien

Programm und Online-Anmeldeformular unter: http://www.biomasseverband.at/biomasse/?cid=34370


Workshop 21.5.2008: Österreichische Solarwärmetechnologie Plattform ASTTP

Am 21. Mai findet der nächste Workshop der Österreichischen Solarwärmetechnologie Plattform ASTTP statt. In diesem Workshop wird die Strategische Forschungsagenda der Europäischen Solarwärme-Technologieplattform ESTTP präsentiert. Als besonderes Highlight wird erstmals auch die Solarwärme-Roadmap 2020 für Österreich vorgestellt und diskutiert. Die Erfahrungen eingereichter Solarwärmeprojekte der Ausschreibung „Energie der Zukunft“ und aktuelle Infos zur neuen Ausschreibung "Neue Energien 2020" runden den Workshop ab.

Programm und Anmeldung zum Workshop.


Kurzbericht zur ESTIF-Generalversammlung am 6. Mai 2008 in Schwelm (D)

Am 6. Mai 2008 fand in Schwelm (D) eine Generalversammlung des Europäischen Solarindustrieverbandes ESTIF statt. Am Tag davor wurde am nahegelegenen Firmengelände eines der größten Kollektorbeschichter Europas (Alanod) ein Workshop zu Standards und Zertifizierungen abgehalten. Austria Solar nahm als Mitglied von ESTIF an beiden Veranstaltungen teil. Die wichtigsten Infos in Kürze:

  • Aktualisierte Marktzahlen für die EU-27 + CH: Marktrückgang 2007 von Minus 10 Prozent, vor allem durch den Markteinbruch Deutschlands um mehr als ein Drittel
  • Politische Diskussion zu EU-Direktive zu erneuerbaren Energien ist im Laufen, sowohl im zuständigen Ausschuss des EU-Parlaments als auch im Energieministerrat (bei nächster Sitzung im Juni auf der Tagesordnung), Entscheidungen werden für Herbst erwartet
  • ESTTP - Europäische Solarwärme-Technologieplattform
    • Ziel 2030: 50 % des Niedertemperaturbedarfes der EU bis 250 °C durch Solarwärme decken, entspricht 8 m2 Kollektorfläche pro Einwohner
    • Erforderlich sind Kostenreduktion, technische Innovationen und neue Anwendungen
    • Bereits 200 support group members unterstützen die Plattform ESTTP
    • ESTIF bemüht sich intensiv um die offizielle Anerkennung von ESTTP durch die EU-Kommission, um den Status der Plattform politisch zu stärken (derzeit rund 30 Plattformen anerkannt, ca. 70 weitere haben – wie ESTTP –Anerkennung beantragt)
    • EU-Kommission erwartet bei anerkannten Plattformen verstärkte Investitionen der Solarfirmen in Forschung und Entwicklung
  • Strategische Solarwärme-Forschungsagenda (SFA) wird bei der ESTTP-Generalversammlung am 20.6.08 in Frankfurt (D) vorgestellt, die wichtigsten Inhalte:
    • SFA definiert erstmals konkret die Forschungsfragen für das Ziel 2030 in mehreren Bereichen von Kollektor über Speicher bis zu Systemlösungen
    • Liefert Argumente für die Notwendigkeit des verstärkten Solarausbaues
    • Zeigt die grossen Potenziale mit der bereits bestehenden Technik auf
  • Standards und Zertifizierungen:
    • Solar Keymark in allen EU-Staaten anerkannt, zusätzliche Bestimmungen in Deutschland (+Blauer Engel + 525 kWh/m2/a), Spanien (ISO 9001-Produktionsbetrieb) und Frankreich (vereinzelt verlangen Versicherungen noch einen CSTB-Prüfnachweis)
    • 75 % aller in der EU verkauften Kollektoren sind bereits Solar Keymark geprüft
    • IEA-Initiative für eine weltweit einheitliche Kollektorprüfung wie Solar Keymark in Diskussion

Aktualisierte Solarmarktzahlen für 2007 (Quelle: ESTIF)