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Solarwärme

Umfassende und firmenunabhängige Infos rund um Solaranlagen

Austria Solar Newsletter 9-2017


Solarwärme ist wichtigste Umweltenergie in Österreich

Hätten Sie´s gewusst? Solarwärme ist in Österreich die wichtigste Umweltenergie mit einem Anteil von 49 Prozent, gefolgt von Wärmepumpen mit 45 Prozent und Geothermie mit 5 Prozent. Dies ist das Ergebnis des Statusberichts 2016 des Bundesministeriums für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft, der jährlich erscheint. Seit 2005 haben sich die Umweltenergien (Solarwärme, Wärmepumpen, Geothermie und Reaktionswärme) mehr als verdoppelt, die jährlich Zunahme betrug im Schnitt 8,6 Prozent. Insgesamt trugen die Umweltenergien im Jahr 2014 bereits 15,6 PJ (4,3 TWh) zur Wärmeversorgung bei. Im Vergleich zu 2013 stieg die Solarwärmenutzung um rund 3 Prozent, die Wärmepumpennutzung um über 7 Prozent. Insgesamt sind 5,2 Millionen Quadratmeter Sonnenkollektoren installiert, die eine Wärmeleistung von 3,7 Gigawatt liefern.

Energiestatus Österreich 2016 (Seite 47/48)


Buchneuerscheinung "Flexibel und frei - Wie eine umfassende Energiewende unser Leben verändert" von Roger Hackstock

Am 5. Oktober 2017 erschien das neue Buch von Roger Hackstock, Geschäftsführer von Austria Solar, in dem anhand vieler praktischer Beispiele gezeigt wird, wie die Energiewende gelingen kann, weil sie einfach die besseren und günstigeren Lösungen als die fossile Energieversorgung bietet. Wie das Buch beschreibt, geht es um mehr als ein paar tausend Solaranlagen und Windräder, sondern eine Energierevolution, die unser Leben grundlegend verändern wird. Dabei werden auch die Chancen für Solarwärme beleuchtet, die dieser Umbruch bietet. Am 30. Oktober 2017 findet um 19:00 Uhr im Impact Hub Vienna eine Buchpräsentation statt, zu der wir Sie alle herzlich einladen!

Buchpräsentation „Flexibel und frei“ am 30.10. im Impact Hub Vienna


CO2-Preise im Wärmemarkt: Vorschlag für Deutschland und Österreich

Die Wärmewende stockt, ohne wirksame Lenkungsmaßnahmen wird Öl und Gas auch die nächsten Jahre der Energieträger Nr. 1 beim Heizen bleiben. In den letzten Jahren wurden immer weniger Solarwärmeanlagen und Holzheizungen eingebaut, im Vorjahr wurden erstmals seit langem gleich viel Ölheizungen wie Pelletheizungen gekauft. Eine ähnliche Situation herrscht in Deutschland, der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) beauftragte daher das Wirtschaftsforschungs- und Beratungsunternehmen Prognos mit einer Studie zur Auswirkung einer CO2-Steuer im Wärmemarkt. Das Modell von Prognos sieht eine vollständige Rückvergütung der zusätzlichen Steuereinnahmen an die Haushalte vor. Die Modelle der Studienautoren zeigen, dass eine Rückerstattung nach Anzahl der Bewohner im Haushalt zur gerechtesten Verteilung führt. „Durch die Rückerstattung werden viele Haushalte – insbesondere jene mit niedrigen und mittleren Haushaltsnettoeinkommen sowie die meisten Familien – unterm Strich sogar entlastet“, so die Autoren. In Deutschland würde schon ein CO2-Preis von 25 Euro je Tonne Kohlendioxid eine Lenkungswirkung und Vorzieheffekte beim Heizen mit erneuerbarer Energie bewirken. Auch der österreichische Dachverband Erneuerbare Energie (EEÖ) beschäftigt sich intensiv mit einem CO2-Steuermodell und hat einen Vorschlag für die neue Regierung erstellt.

Vorschlag für CO2-Preis im Wärmemarkt für Deutschland

Forderung einer CO2-Klimaschutzabgabe von 2020-2030 für Österreich


Kurzbericht zum IEA-Industriegespräch „Kostensenkung bei Solarwärme“ am 5.10.2017

Am 5. Oktober 2017 fand in Linz ein Industriegespräch im TASK 54 des IEA Solar Heating & Cooling Programme statt, wo Möglichkeiten der Kostenreduktion bei Solarwärme diskutiert wurden. Ziel des IEA Task ist eine Kostensenkung um 40 Prozent, um Solarwärme langfristig wettbewerbsfähig zu halten. Zur einheitlichen Berechnung der Wärmegestehungskosten wird wie bei PV und anderen Technologien nach der Methode LCoH gerechnet. Mit Speichern der Effizienzklasse B, leistungsfähigen Kollektoren und 25 Jahre Lebensdauer lassen sich die Kosten für Solarwärme (LCoH in kWh/m2) um gut 30 Prozent senken, so die Ergebnisse des IEA Task. Ein Weg der Kostensenkung sind neue Materialien wie Kunststoff, die israelische Firma MAGEN produziert über 100.000 Quadratmeter großflächige Kunststoffkollektoren jährlich für den Mittelmeerraum. Auch in Norwegen entsteht eine neue Produktion von Kunststoffkollektoren der Firma AVENTA. Austria Solar hielt einen Vortrag mit Systemlösungen vom Eigenheim bis Fernwärme, die zu günstigen Wärmegestehungskosten bei Solarwärme beitragen.

IEA Solar Heating & Cooling Programme – TASK 54

Wärmegestehungskosten – Berechnung nach der Methode LCoH

Vortrag: Kostensenkung durch neue Systemlösungen bei Solarwärme


Große Solaranlagen im Langzeit-Test

Können Solaranlagen mehr als zehn Jahre einen konstant hohen Ertrag liefern? Wissenschaftler der Hochschule Düsseldorf befragten 76 Betreiber von großen Solaranlagen und führten bei zehn Anlagen ein einjähriges Monitoring durch. Das Ergebnis zeigt, dass sechs der zehn begleiteten Anlagen nach 10 Jahren noch über 90 Prozent der Leistung lieferten. Die Anlage eines Stadtwerks war sogar Jahr für Jahr besser geworden, da dieses die Wärme an die angeschlossenen Kunden verkauft und das System dauerhaft überwachte und optimierte. Bei Anlagen mit Leistungseinbußen über die zehn Jahre waren unsachgemäße Umbauten vorgenommen worden, Lasten weggefallen oder undichte Stellen, defekte Pumpen oder Fehler in der Regelung nicht rechtzeitig erkannt worden. Zwei Drittel der Betreiber bewerten ihre Zufriedenheit mit dem Solarsystem mit gut bis sehr gut, allerdings würden nur 42 Prozent die Solartechnik als wirtschaftliche Wärmeversorgung weiterempfehlen. „Im Gesamtergebnis zeigt das Projekt, dass Solaranlagen technisch in der Lage sind, 20 Jahre und länger einen konstant hohen Solarertrag zu liefern“, so das Fazit der Autoren.

Abschlussbericht zu Großen Solaranlagen im Langzeit-Test